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Babymassage: Wie wird er durchgeführt und wann ist der richtige Zeitpunkt?

Massage bébé : serviette pliée et flacon d'huile végétale, illustration aquarelle — Treelys®

Bei der Babymassage wird der Körper des Kindes einige Minuten lang sanft mit einem Pflanzenöl massiert, während es wach und ruhig ist. Sie ist nicht verpflichtend und heilt nichts. Vor allem ist sie eine längere, strukturierte Zeit des Körperkontakts, die manchen Babys guttut und anderen nicht.

Woher stammt die Babymassage?

Babymassage ist eine alte und weitverbreitete Praxis. In Indien gehört die tägliche Ölmassage seit Generationen zur üblichen Säuglingspflege und wird häufig von der Mutter an die Tochter weitergegeben. Vergleichbare Handgriffe finden sich in Westafrika, im Maghreb und in Südostasien.

In Frankreich verbreitete sich die Praxis ab den 1970er-Jahren. Der Geburtshelfer Frédérick Leboyer veröffentlichte 1976 ein Buch über Shantala, eine in Kalkutta beobachtete Massagesequenz. Das Buch machte eine bestimmte Methode bekannt, die heute in zahlreichen Kursen der französischen Mütter- und Kinderschutzdienste vermittelt wird.

Man sollte diese Traditionen als das betrachten, was sie sind: kohärente kulturelle Praktiken und keine universellen Rezepte. Die Methoden unterscheiden sich von Land zu Land erheblich, unter anderem hinsichtlich Häufigkeit, ausgeübtem Druck und verwendeten Ölen.

Was sagt die Forschung über die Vorteile der Babymassage?

Die solidesten Belege betreffen Frühgeborene oder Babys mit niedrigem Geburtsgewicht, nicht termingerecht geborene Neugeborene. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit zu vierzehn randomisierten Studien stellte bei massierten Kindern eine Gewichtszunahme von etwa fünf Gramm pro Tag sowie eine um etwa viereinhalb Tage verkürzte Krankenhausaufenthaltsdauer fest.

Die Autoren dieser Übersichtsarbeit äußerten jedoch starke Vorbehalte. Die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien wird als gering eingeschätzt, mit einem Risiko für eine selektive Veröffentlichung der Ergebnisse. Ihr Fazit ist vorsichtig: Die Daten reichen nicht aus, um eine allgemeine Einführung dieser Praxis auf Kinderstationen zu empfehlen.

Bei einem termingerecht geborenen und gesunden Baby sind die gemessenen Auswirkungen auf den Schlaf oder das Weinen nach wie vor gering und von einer Studie zur nächsten wenig reproduzierbar. Anders gesagt: Massage ist keine Behandlung. Sie kann jedoch ein angenehmer Moment sein – und das ist Grund genug.

Besser belegt ist die Bedeutung von Berührungen für die sensorische Entwicklung. Wir haben dies in unserem Artikel über Berührungen bei Babys ausführlich dargestellt.

Zu welcher Tageszeit sollte man ein Baby massieren?

Der richtige Zeitpunkt ist, wenn das Kind wach, ruhig und aufnahmebereit ist. Es sollte weder hungrig noch satt oder müde sein. In der Praxis ist das oft etwa dreißig Minuten nach dem Stillen oder einer Fläschchenmahlzeit oder kurz vor dem Baden.

Einige Rahmenbedingungen sind wichtig. Der Raum sollte auf etwa 22 bis 24 Grad geheizt sein, da ein nacktes Baby schnell auskühlt. Legen Sie ein Handtuch auf eine stabile Unterlage, vorzugsweise auf den Boden, um jede Sturzgefahr auszuschließen. Nehmen Sie Uhr und Ringe ab und wärmen Sie Ihre Hände.

Die Massage muss nicht lange dauern. Zu Beginn genügen fünf Minuten. Ein Baby unter zwei Monaten wird oft vor dem Erwachsenen müde.

Die Grundbewegungen in der richtigen Reihenfolge

Es gibt nicht nur eine richtige Reihenfolge. Die folgende ist einfach schrittweise aufgebaut: Sie beginnt mit den am wenigsten empfindlichen Bereichen.

Beine und Füße

Umfassen Sie einen Oberschenkel mit beiden Händen und streichen Sie langsam bis zum Knöchel hinab. Wiederholen Sie dies drei- oder viermal und wechseln Sie dann zum anderen Bein. Beenden Sie die Massage an der Fußsohle mit dem Daumen.

Der Bauch

Legen Sie die Hand flach auf und beschreiben Sie große, langsame Kreise im Uhrzeigersinn. Das entspricht der Richtung der Darmbewegung. Seien Sie sehr sanft und meiden Sie diesen Bereich, wenn der Nabel noch nicht vollständig verheilt ist.

Brust und Arme

Beginnen Sie in der Mitte der Brust und streichen Sie zu den Schultern, als würden Sie ein Buch öffnen. Streichen Sie anschließend an jedem Arm entlang bis zur Hand und umschließen Sie ihn dabei.

Der Rücken

Drehen Sie das Kind auf den Bauch, auf Ihre Oberschenkel oder auf das Handtuch. Führen Sie die flache Hand vom Nacken zum Gesäß, ohne Druck auf die Wirbelsäule auszuüben. Viele Babys genießen diese Bewegung besonders.

Welches Öl zum Massieren eines Babys verwenden

Ein einfaches, kaltgepresstes Pflanzenöl ohne zugesetztes Parfum genügt. Sonnenblumen-, Sesam- oder Kokosöl eignen sich. Wählen Sie ein Produkt, dessen Zutatenliste in eine Zeile passt.

Drei Vorsichtsmaßnahmen sollten in Erinnerung gerufen werden. Verwenden Sie bei Säuglingen niemals ätherische Öle, außer wenn dies ausdrücklich ärztlich empfohlen wurde. Vermeiden Sie Erdnussöl, ein starkes Allergen. Testen Sie jedes neue Öl vierundzwanzig Stunden vor der großflächigen Anwendung an einer kleinen Hautstelle.

Eine winzige Menge genügt: ein paar Tropfen, die Sie zwischen den Handflächen erwärmen. Auf fettiger Haut gleitet die Hand zu stark, wodurch die Bewegung unpräzise wird.

Wann man besser nicht massieren sollte

  • Fieber, eine laufende Infektion oder ein ungewöhnlicher Zustand: Verschieben Sie die Massage und holen Sie Rat ein.
  • Ekzemschub, Wunde oder Reizung: Meiden Sie den betroffenen Bereich.
  • Am Tag einer Impfung: Massieren Sie die Einstichstelle nicht.
  • Unmittelbar nach einer Mahlzeit: Warten Sie, bis die Verdauung eingesetzt hat.
  • Die Ablehnung des Kindes: Das ist das wichtigste Kriterium.

Dieser letzte Punkt sollte ernst genommen werden. Ein Baby, das den Kopf wegdreht, sich versteift, weint oder wiederholt gähnt, zeigt, dass es genug hat. Hören Sie auf, ohne darauf zu bestehen und ohne dies als Misserfolg zu betrachten. Auch mit einem Säugling lässt sich Zustimmung praktizieren.

Massage und Koliken: Was ist davon zu erwarten?

Eine Bauchmassage wird häufig als Antwort auf Säuglingskoliken dargestellt. Die verfügbaren Daten sind wenig aussagekräftig, und die berichteten Wirkungen bleiben gering. Die Massage kann ein Baby vorübergehend beruhigen, ohne die Ursache zu behandeln.

Bei starken, täglichen und lang anhaltenden Schreianfällen bleibt eine ärztliche Einschätzung der sinnvollste Schritt. Die Massage kann gegebenenfalls ergänzend eingesetzt werden, niemals als Ersatz.

Die Massage in ein Abendritual integrieren

Die Massage lässt sich gut mit dem Baden verbinden, bei dem Berührung und Temperatur ohnehin bereits angeregt werden. Die häufigste Reihenfolge ist einfach: Massage, dann Baden, dann Essen und anschließend Schlafengehen. Die Reihenfolge ist weniger wichtig als die Regelmäßigkeit.

Die Frage des Wassers und der sensorischen Anregung wird in unserem Artikel über Baden und sensorische Entwicklung ausführlich behandelt; die Sicherheitsregeln finden Sie in unserem Ratgeber zum sicheren Baden von Babys.

Ein praktischer Punkt, der oft vernachlässigt wird: die Arbeitshöhe. Ein Baby am Boden oder in einer zu niedrigen Badewanne zu massieren und anschließend zu baden, belastet den Rücken schnell. Eine klappbare Badewanne mit Gestell bringt das Kind auf die Höhe eines Erwachsenen und lässt sich anschließend an eine Wand klappen. Die verschiedenen Möglichkeiten werden in unserem Ratgeber zur Auswahl einer Babybadewanne verglichen.

Letztlich ist ein Ritual nur dann wertvoll, wenn es sich dauerhaft umsetzen lässt. Drei kurze, entspannte Massagen pro Woche sind besser als eine tägliche Sitzung, die als Pflicht empfunden wird. Unsere Orientierungshilfen zur Tagesgestaltung finden Sie in unserem Artikel über Nickerchen und Tagesrhythmen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Babymassage ist eine Zeit des Körperkontakts, keine Behandlung.
  • Die deutlichsten Belege betreffen Frühgeborene und sind dennoch wenig belastbar.
  • Ein einfaches Pflanzenöl, keine ätherischen Öle und vorher ein Hauttest.
  • Fünf Minuten genügen in einem warmen Raum auf einer stabilen Oberfläche.
  • Die Weigerung des Kindes beendet die Sitzung ohne Diskussion.

Fragen zu unseren Produkten oder ihrer Pflege? Die Antworten finden Sie in der Treelys-FAQ.

Quellen

  • Cochrane Database of Systematic Reviews, „Massage zur Förderung von Wachstum und Entwicklung bei Frühgeborenen und/oder Säuglingen mit niedrigem Geburtsgewicht“, veröffentlicht am 19. April 2004.
  • Frédérick Leboyer, „Shantala, eine traditionelle Kunst: die Massage von Kindern“, Éditions du Seuil, 1976.
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