Der Mittagsschlaf spielt eine viel größere Rolle, als seine Dauer vermuten lässt. Er strukturiert den Tag, beeinflusst die Nachmittagsstimmung und die folgende Nacht. Er ist auch eines der Themen, bei denen widersprüchliche Ratschläge im Überfluss vorhanden sind.
Warum der Mittagsschlaf nicht abgeschafft werden kann
Der Tagesschlaf des Kleinkindes ist kein Überbleibsel der Nacht. Er entspricht einem Schlafbedürfnis, das bei Kleinkindern schnell ansteigt.
Ein müdes Kind schläft abends nicht leichter ein. Es wird unruhiger, was die Einschlafzeit verlängert, anstatt sie zu verkürzen.
Die Verbindung zur Nacht
Tag- und Nachtschlafzeiten unterstützen sich gegenseitig. Diese Kontinuität wird in unserem Artikel über Schlaf und Gehirnentwicklung ausführlich beschrieben.
Anhaltspunkte nach Altersgruppen
Die untenstehenden Zahlen sind Durchschnittswerte. Der Unterschied zwischen zwei Kindern gleichen Alters kann mehrere Stunden pro Tag betragen.
Von 0 bis 3 Monaten
Der Schlaf verteilt sich über die gesamten vierundzwanzig Stunden, ohne klare Unterscheidung zwischen Tag und Nacht. Die Zyklen sind kurz und die Wachphasen häufig.
Es ist unnötig, in diesem Stadium feste Zeiten festlegen zu wollen. Die innere biologische Uhr ist noch nicht etabliert.
Von 4 bis 8 Monaten
Die Nickerchen beginnen sich zu gruppieren, in der Regel um drei Episoden pro Tag. Eine erste Regelmäßigkeit zeigt sich am Vormittag und am frühen Nachmittag.
Von 9 bis 18 Monaten
Die meisten Kinder wechseln zu zwei, dann zu einem einzigen Nickerchen. Dieser Übergang erfolgt selten über Nacht und wechselt oft mehrere Wochen lang.
Von 18 Monaten bis 3 Jahren
Der einzige Mittagsschlaf nach dem Essen etabliert sich. Er bleibt auch nach zwei Jahren nützlich, selbst wenn das Kind nicht systematisch einschläft.
Die Zeichen lesen statt die Uhr
Die Anzeichen von Müdigkeit gehen immer der Gereiztheit voraus. Sie zu erkennen, ermöglicht es, das Kind im richtigen Moment ins Bett zu bringen.
Die zu beobachtenden Signale
Der starre Blick ins Leere, das Reiben der Augen und Ohren, das geringere Interesse am Spielen sind die zuverlässigsten. Gähnen kommt oft zu spät.
Sobald diese Schwelle überschritten ist, gerät das Kind in eine Phase der Unruhe, die das Einschlafen erschwert. Dann bleibt nur noch die nächste Nickerchenzeit als vernünftige Option.
Anhaltspunkte schaffen ohne Starrheit
Ein kurzes und gleichbleibendes Ritual hilft dem Kind, sich darauf einzustellen. Es muss nicht lang sein: drei Minuten genügen.
Die gleiche Abfolge von Gesten, das gleiche Licht, das gleiche Kuscheltier. Die Rolle dieses Objekts wird in unserem Artikel über das Übergangsobjekt erklärt.
Diese Orientierungspunkte entsprechen dem, was wir in unserem Artikel über Routinen und emotionale Sicherheit beschreiben. Sie funktionieren besser als ein auf die Minute genauer Stundenplan.
Die ruhige Zeit, wenn der Mittagsschlaf wegfällt
Um das dritte Lebensjahr herum hören manche Kinder auf einzuschlafen, ohne dabei ausgeruht zu sein. Eine ruhige Zeit auf dem Boden, mit Büchern und einigen Gegenständen, übernimmt dann die Rolle.
Ein abgegrenzter Spielbereich auf dem Boden erleichtert diesen Übergangsmoment. Das Kind bleibt ruhig, ohne schlafen zu müssen.
Und der Schlaf der Eltern
Die Rhythmen des Kindes beeinflussen direkt die der Erwachsenen. Dieses Thema wird in unserem Artikel über den elterlichen Schlaf behandelt.
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