Offizielle Empfehlungen zum Stillen
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt ausschließliches Stillen während der ersten 6 Lebensmonate und danach Stillen bis zum Alter von 2 Jahren oder länger, ergänzt durch eine abwechslungsreiche Ernährung. Diese Empfehlung bleibt ein Richtwert und ist keine Verpflichtung, der jede Familie nachkommen muss.
Eine Empfehlung, keine Anordnung
Diese WHO-Richtlinien richten sich an alle Weltbevölkerungen in sehr unterschiedlichen gesundheitlichen Kontexten. In Deutschland steht es jedem Elternteil frei, die Ernährungsweise zu wählen, die zu seiner Situation, seinen Einschränkungen und seiner persönlichen Erfahrung passt.
Dokumentierte Vorteile des Stillens
Mehrere Vorteile des Stillens sind in der wissenschaftlichen Literatur belegt, ohne dass dies andere Ernährungsweisen für Säuglinge disqualifiziert.
Für das Baby
Muttermilch passt sich im Laufe der Wochen auf natürliche Weise den Ernährungsbedürfnissen des Säuglings an. Sie liefert mütterliche Antikörper, die die Immunabwehr des Babys in den ersten Lebensmonaten vorübergehend stärken.
Eine Schutzwirkung gegen bestimmte Infektionen
Epidemiologische Studien berichten über eine Verringerung des Risikos bestimmter Verdauungs- und Atemwegsinfektionen bei gestillten Säuglingen, insbesondere in den ersten Monaten. Dieser Effekt nimmt nach der Einführung einer vielfältigen Ernährung allmählich ab.
Für die Mutter
Stillen fördert dank der Freisetzung von Oxytocin eine schnellere Gebärmutterrückbildung nach der Geburt. Einige Studien bringen Stillen auch mit einer langfristigen Verringerung des Risikos für bestimmte weibliche Krebsarten in Verbindung.
Häufige und berechtigte Schwierigkeiten
Stillen verläuft nicht immer ohne Hindernisse, obwohl es in der öffentlichen Diskussion manchmal idealisiert wird.
Schmerzen und rissige Brustwarzen
Ein falsches Anlegen des Babys an die Brust kann bei der Mutter Schmerzen und rissige Brustwarzen verursachen. Eine frühzeitige Unterstützung durch eine Hebamme oder Stillberaterin kann oft helfen, die Position zu korrigieren und diese Schmerzen zu lindern.
Zweifel an der Milchmenge
Viele Mütter befürchten, nicht genug Milch für ihr Baby zu produzieren. Eine regelmäßige Überwachung der Gewichtskurve des Kindes durch einen Gesundheitsdienstleister ist die zuverlässigste Methode, um zu beurteilen, ob das Stillen den tatsächlichen Bedürfnissen des Säuglings entspricht.
Müdigkeit und Belastung durch ausschließliches Stillen
Ausschließliches Stillen, insbesondere nachts, stellt für die Mutter eine erhebliche körperliche und geistige Belastung dar. Diese Realität sollte anerkannt werden, ohne die Berechtigung der Stillentscheidung in Frage zu stellen.
Stillen und Abstillen: eine persönliche Entscheidung
Das Fortsetzen, Reduzieren oder Abstillen zu jedem Zeitpunkt bleibt eine legitime Entscheidung, die jede Familie selbst trifft. Säuglingsnahrung, wenn sie notwendig oder gewählt wird, deckt die Ernährungsbedürfnisse des Säuglings auf geeignete und sichere Weise ab.
Sich umgeben, um diese Zeit gut zu erleben
Stillprobleme sind oft mit denen der elterlichen mentalen Belastung in den ersten Wochen verbunden. Der Schlafmangel durch nächtliches Stillen beeinträchtigt auch die körperliche Erholung der Mutter, unabhängig von der gewählten Ernährungsweise.
Es ist hilfreich, die Anzeichen von Baby-Blues und postpartaler Depression zu erkennen, da die mit dem Stillen verbundene Müdigkeit manchmal mit diesen Zuständen verwechselt werden kann. Für alle Fragen zur täglichen Begleitung steht Ihnen unser Team über die Kontaktseite zur Verfügung.