Ein Tritthocker für Kinder überbrückt den Höhenunterschied zwischen Ihrem Kind und einem Waschbecken, einer Toilettenschüssel oder einer Arbeitsplatte. Richtig ausgewählt, verwandelt er eine unmögliche Handlung in eine selbstständige Tätigkeit. Falsch ausgewählt wird er zu einem instabilen Gegenstand am falschen Ort. Dieser Ratgeber geht die wirklich wichtigen Kriterien durch: Höhe, Stabilität, Rutschfestigkeit, Materialien und Alter bei der Nutzung.
Ab welchem Alter kann ein Kind einen Tritthocker benutzen?
Die meisten Kinder beginnen zwischen 18 und 24 Monaten, einen Tritthocker selbstständig zu benutzen. In dieser Phase ist ihr Gang sicherer, sie steigen ohne Hilfe auf eine Stufe hinauf und wieder herunter und möchten selbst tun, was sie zuvor andere tun sahen.
Vor diesem Alter kann ein Tritthocker verwendet werden, jedoch nur unter unmittelbarer Aufsicht. Ein 15 Monate altes Kind kann darauf klettern, ohne zu wissen, wie es wieder herunterkommt. Das Hinuntersteigen wird immer erst nach dem Hinaufsteigen sicher beherrscht, manchmal mit mehreren Wochen Abstand.
Nach dem 3. Geburtstag verändert sich die Nutzung. Das Kind möchte nicht mehr nur das Waschbecken erreichen, sondern trägt seinen Tritthocker selbst von einem Raum in den anderen. Das Gewicht des Gegenstands wird dadurch zu einem eigenständigen Kriterium.
Die Höhe: das entscheidende Kriterium
Ein zu niedriger Tritthocker ist nutzlos. Ein zu hoher Tritthocker drückt das Kind gegen den Rand des Waschbeckens und bringt es aus dem Gleichgewicht. Dies ist der beim Kauf am häufigsten übersehene Faktor.
Vor dem Kauf messen
Nehmen Sie drei Maße. Zuerst die Höhe des Waschbeckens oder der Toilettenschüssel vom Boden bis zur Oberkante. Dann die Körpergröße Ihres Kindes. Schließlich den Abstand zwischen dem Boden und seinem Ellbogen, wenn die Arme am Körper herabhängen.
Die praktische Regel ist einfach: Wenn das Kind auf dem Tritthocker steht, sollte sich der Rand des Waschbeckens auf Taillenhöhe befinden, nicht auf Brusthöhe. Muss es die Arme heben, um den Wasserhahn zu erreichen, ist der Tritthocker zu niedrig.
Die üblichen Höhen reichen bei einer einzelnen Stufe von 12 bis 20 Zentimetern und bei einem Modell mit zwei Stufen von 30 bis 40 Zentimetern. Ein standardmäßiges französisches Waschbecken befindet sich 80 bis 85 Zentimeter über dem Boden.
Eine oder zwei Stufen?
Eine einzige Stufe reicht in den meisten Badezimmern aus, besonders im Alter zwischen 18 Monaten und 3 Jahren. Sie ist stabiler, leichter und einfacher zu verstauen.
Zwei Stufen sind an einer Küchenarbeitsplatte, einem hohen Waschbecken oder für ein Kind, das bei der Zubereitung von Mahlzeiten hilft, sinnvoll. Das Modell sollte dann über einen Handlauf oder seitliche Holme verfügen, da sich die Fallhöhe entsprechend erhöht.
Stabilität und Haftung: Was ein Stürzen verhindert
Ein Kindertritt muss abrupte Belastungen, Sprünge und Gleichgewichtsverlagerungen aushalten. Seine Stabilität lässt sich nicht auf den ersten Blick beurteilen, sondern anhand von vier genauen Details.
Die Standfläche
Je breiter die Standfläche im Verhältnis zur Höhe ist, desto besser ist der Tritthocker gegen Umkippen geschützt. Eine quadratische Standfläche von 40 Zentimetern bei einer Höhe von 15 Zentimetern bietet eine komfortable Sicherheitsreserve. Seien Sie bei schmalen und hohen Modellen vorsichtig: Sie sind zwar ästhetisch, aber instabil.
Vergewissern Sie sich, dass alle vier Auflagepunkte plan aufliegen. Auf unebenen Fliesen oder einer breiten Fuge erzeugt ein Fuß, der nicht aufliegt, bei jeder Belastung eine Kippbewegung.
Die rutschfesten Gleiter
Sie verhindern, dass der Tritthocker auf nassen Fliesen verrutscht. Achten Sie eher auf breite, aufgesetzte Gleiter aus Gummi oder TPE als auf einfache, direkt in das Material eingelassene Noppen.
Die Gleiter nutzen sich ab. Bei einem Modell, das mehrere Jahre halten soll, sollten Sie prüfen, ob sie austauschbar oder zumindest wieder anklebbbar sind.
Die Trittfläche
Die Oberfläche muss auch mit nackten, nassen Füßen rutschfest bleiben. Geriffelte oder strukturierte Oberflächen sowie solche mit einer weichen Beschichtung bieten besseren Halt als glatter Kunststoff. Eine leicht erhöhte Kante hilft dem Kind, den Rand zu ertasten, ohne hinzusehen.
Die Belastbarkeit
Die Hersteller geben eine maximale Belastbarkeit an, oft zwischen 50 und 100 Kilogramm. Diese Zahl ist wichtig, denn irgendwann wird ein Erwachsener daraufsteigen. Ein Tritthocker, der nur das Gewicht des Kindes trägt, hat eine kurze Lebensdauer.
Holz, Kunststoff oder ein klappbares Modell: Was soll man wählen?
Kein Material ist grundsätzlich überlegen. Die richtige Wahl hängt vom Raum, der Feuchtigkeit und dem verfügbaren Platz ab.
Das Holz
Stabil, langlebig und reparierbar. Es altert gut und lässt sich leicht weiterverkaufen. Allerdings leidet es unter dauerhafter Feuchtigkeit, wenn der Lack beschädigt ist. Überprüfen Sie in einem Badezimmer einmal jährlich den Zustand der Kanten.
Bevorzugen Sie Massivholz oder hochwertiges Sperrholz mit abgerundeten Kanten und einer splitterfreien Oberfläche. Lacke und Lasuren müssen den geltenden Anforderungen für Artikel entsprechen, die für Kinder bestimmt sind.
Der Kunststoff
Leicht, abwaschbar und wasserunempfindlich. Es ist das am besten geeignete Material für Toilette und Dusche. Seine Schwäche ist die Steifigkeit: Zu dünner Kunststoff biegt sich durch und bekommt an den Ecken Risse.
Wie bei jeder Ausstattung, die längere Zeit mit einem Kind in Kontakt ist, sollte die Zusammensetzung überprüft werden. Achten Sie auf die Einhaltung der für Kinderartikel geltenden Normen und darauf, dass keine regulierten Phthalate enthalten sind.
Klappbare und mitwachsende Modelle
Ein klappbarer Tritthocker lässt sich hinter einer Tür verstauen und transportieren. Er erfordert eine zusätzliche Kontrolle: Der Verriegelungsmechanismus muss selbstständig halten, ohne durch das Gewicht des Kindes unterstützt zu werden.
Manche Produkte verfügen bereits über diese Funktion. Ein mitwachsendes 3-in-1-Baby-Töpfchen lässt sich in einen WC-Sitzverkleinerer und anschließend in einen Tritthocker verwandeln. So müssen nicht nacheinander drei Gegenstände für denselben Raum gekauft werden. Die Logik eines mitwachsenden Produkts wird in unserem Vergleich 3-in-1-Töpfchen oder separates Töpfchen und separater Sitzverkleinerer ausführlich erläutert.
Ein Tritthocker pro Raum oder nur einer zum Umstellen?
Die Antwort hängt vom Grundriss der Wohnung ab. In einer Wohnung, in der Badezimmer und WC getrennt sind, ersparen zwei leichte Tritthocker ständiges Hin- und Herlaufen.
In einer größeren Wohnung reicht oft ein einziges tragbares Modell aus, sofern das Kind es tragen kann, ohne anzustoßen. Ein Tritthocker mit mehr als 2 Kilogramm lässt sich vor dem Alter von 3 Jahren nur schwer bewegen.
In der Küche ist der Bedarf ein anderer. Das Kind bleibt lange stehen und hantiert mit Gegenständen. Ein Lernturm mit Schutzgeländer ist dort besser geeignet als ein einfacher Tritthocker, dessen Trittfläche bei einem Zurückweichen keinen Halt bietet.
Tritthocker für Kinder und Sauberwerden
Der Tritthocker spielt beim Übergang vom Töpfchen zur Toilette eine direkte Rolle. Er ermöglicht dem Kind, selbstständig auf die Toilettenschüssel zu steigen und vor allem im Sitzen die Füße flach aufzusetzen.
Diese Fußstütze ist kein nebensächlicher Komfort. Ohne sie spannt das Kind die Bauchmuskeln an, um sich zu halten, was die notwendige Entspannung behindert. Ein vor der Toilettenschüssel platzierter Tritthocker sorgt für eine stabilere Position.
Der Zeitplan für diesen Schritt und die zu beobachtenden Reifezeichen werden in unserem Artikel über das Sauberwerden ausführlich erläutert.
Badezimmer: das Ganze betrachten, nicht nur den Gegenstand
Ein Tritthocker allein sorgt für keine Sicherheit. Er ist Teil einer Umgebung, in der auch der Boden, die Badewanne und die Wassertemperatur eine Rolle spielen.
Wenn Sie das Badezimmer ausstatten, liefern unser Vergleich von Babybadewannen und der Überblick über die für Badewannen geltenden Vorschriften wichtige Orientierung vor dem Kauf.
Auch der Rest der Wohnung verdient dieselbe Aufmerksamkeit. Unser Raum-für-Raum-Leitfaden zur Kindersicherheit behandelt die wichtigen Punkte im Zusammenhang mit der zunehmenden Mobilität.
Pflege, Lebensdauer und Secondhand
Ein Tritthocker für Kinder ist ein einfacher und daher langlebiger Gegenstand. Drei Handgriffe genügen, damit er lange hält.
Reinigen Sie die Trittfläche jede Woche, da Seifenrückstände sie rutschig machen. Prüfen Sie den festen Sitz der Schrauben zweimal jährlich. Kontrollieren Sie die rutschfesten Gleiter, sobald Sie ein Abrutschen feststellen.
Bei einem gebraucht gekauften Tritthocker lässt sich in dreißig Sekunden prüfen: keine Risse, kein Spiel in den Verbindungen, alle Gleiter vorhanden. Typischerweise ist dies ein Gegenstand, der sich gut aus zweiter Hand finden lässt. Unsere Hinweise zur Pflege von Baby- und Kleinkindausstattung gelten hier uneingeschränkt.
Die häufigsten Fehler
Der erste Punkt ist, einen zu hohen Tritthocker zu kaufen und dabei das Wachstum vorwegzunehmen. Das Kind benutzt ihn zunächst nicht und später falsch.
Der zweite Punkt ist, den Tritthocker dauerhaft vor dem Waschbecken stehen zu lassen. Für Erwachsene wird er zum Hindernis und für das Kind zu einer Aufstiegshilfe, um den Arzneischrank zu erreichen.
Der dritte Punkt ist, den Abstieg zu vergessen. Ein Kind lernt innerhalb weniger Tage hinaufzusteigen, aber erst innerhalb einiger Wochen hinunterzusteigen. Während dieser Zeit ist die Anwesenheit eines Erwachsenen weiterhin erforderlich.
Der vierte Punkt ist, den Tritthocker als Spielzeug zu betrachten. Er ist kein Kletterobjekt. Wer das von Anfang an ruhig erklärt, verhindert Gewohnheiten, die später nur schwer wieder abzulegen sind.
Das Wichtigste in Kürze
Ein guter Tritthocker für Kinder ist niedrig, breit, rutschfest und leicht zu bewegen. Er wird ausgewählt, nachdem man das Waschbecken und das Kind vermessen hat, nicht vorher. Er begleitet einen bestimmten Entwicklungsschritt: die Selbstständigkeit im Badezimmer. Anschließend lässt er sich problemlos weiterverkaufen.
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