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Lauflernhilfe für Babys: Sollte man eine kaufen? Das sagen die Daten

Illustration au crayon d'un escalier avec barrière de sécurité — risques du trotteur bébé, Treelys®

Ein Lauflerngerät für Babys hilft einem Kind nicht dabei, früher zu laufen, und es bewegt das Kind schneller, als ein Erwachsener reagieren kann. Kanada hat es seit 2004 verboten. Die American Academy of Pediatrics fordert, es vom US-Markt zu nehmen. In Frankreich ist es weiterhin frei erhältlich.

Ist das Lauflerngerät in Frankreich verboten?

Nein. Kein französisches oder europäisches Verbot richtet sich gegen Lauflerngeräte. Sie unterliegen einer Produktsicherheitsnorm, nicht einem Verbot.

Kanada hat sich für einen anderen Weg entschieden. Am 7. April 2004 verbot die kanadische Regierung den Verkauf, die Einfuhr und die Werbung für Lauflerngeräte, einschließlich des Weiterverkaufs gebrauchter Geräte. Die Maßnahme beruht auf dem kanadischen Gesetz über gefährliche Produkte. Kanada bezeichnete sich damit als erstes Land der Welt, das diesen Schritt gegangen ist.

Die offizielle kanadische Begründung lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Den betroffenen Kindern fehlen die für eine sichere Nutzung dieser Produkte erforderlichen Reflexe und kognitiven Fähigkeiten. Als Unfallmechanismus wird ein Schädel-Hirn-Trauma nach einem Sturz auf einer Treppe genannt.

Diese Unterschiede sollte man kennen. Ein Produkt, das im Handel erhältlich ist, ist nicht automatisch gesundheitlich unbedenklich. Es ist dieselbe Überlegung, die in unserem Ratgeber über wesentliche Babyartikel im Vergleich zu Gadgets erläutert wird.

Was die Unfalldaten zeigen

Eine 2018 in der Fachzeitschrift Pediatrics veröffentlichte Studie analysierte 25 Jahre Notaufnahmefälle in den Vereinigten Staaten. Zwischen 1990 und 2014 wurden mehr als 230.000 Kinder unter 15 Monaten wegen einer Verletzung im Zusammenhang mit einem Lauflerngerät behandelt.

In neun von zehn Fällen waren Kopf und Hals betroffen

Neunundneunzig? Nein, 91 Prozent der Verletzungen betrafen den Kopf oder den Hals. Etwa 30 % entfielen auf eine Gehirnerschütterung oder einen Schädelbruch. Der Sturz auf einer Treppe ist der häufigste Unfallmechanismus.

Die Erklärung ist mechanischer Natur. Mit einem Lauflerngerät kann ein Kind mehr als einen Meter pro Sekunde zurücklegen. Ein Erwachsener, der sich im selben Raum befindet, hat nicht genügend Reaktionszeit.

Die Normen haben das Problem verringert, aber nicht beseitigt

Die Zahl der jährlichen Fälle ging im Untersuchungszeitraum stark zurück. Sie sank von 20.650 im Jahr 1990 auf 2.001 im Jahr 2014. Eine 2010 in Kraft getretene Bundesnorm senkte die Zahl der Verletzungen in den folgenden vier Jahren nochmals um 23 %.

Die Autoren halten dieses Niveau dennoch für zu hoch. Die American Academy of Pediatrics stützt sich auf diese Ergebnisse, um ein Verbot der Herstellung, des Verkaufs und der Einfuhr in die Vereinigten Staaten zu fordern.

Diese Daten stehen im Einklang mit den umfassenderen Erkenntnissen zu Unfällen im Alltag mit kleinen Kindern: Die Gestaltung eines Produkts ist ebenso entscheidend wie die Aufmerksamkeit der Erwachsenen.

Lauflerngerät und Laufenlernen: Was weiß man darüber?

Ein Lauflerngerät lässt Kinder nicht früher laufen. Die verfügbaren Studien beschreiben bestenfalls keinen Effekt, schlimmstenfalls eine leichte Verzögerung beim Erlernen des selbstständigen Laufens bei längerer Nutzung. Wie groß diese Verzögerung ist, bleibt umstritten; allgemein wird sie als vorübergehend beschrieben.

Eine Körperhaltung, die nicht dem Gehen entspricht

In einem Lauflerngerät wird das Kind am Becken gehalten. Zum Vorankommen stößt es sich mit den Zehenspitzen ab. Das Körpergewicht wird nicht von einem Fuß auf den anderen verlagert.

Selbstständiges Gehen beruht dagegen auf einer präzisen Abfolge. Das Kind muss seinen Körperschwerpunkt verlagern, das Gleichgewicht wiederfinden und Bewegungen abfedern. Diese Anpassungen werden auf dem Boden geübt, nicht in hängender Position.

Ein eingeschränktes Sichtfeld

Die Ablage des Lauflerngeräts verdeckt die Füße des Kindes. Die Koordination zwischen Blick und Auftreten gehört jedoch zum Lernprozess. Dies ist einer der Punkte, die unser Artikel über die freie Bewegungsentwicklung ausführlich behandelt.

Außerdem fehlt dem Kind die wichtigste Information: das Gefühl des Bodens unter der Fußsohle. Diese Wahrnehmung steuert die Anpassung der Körperhaltung.

Lauflerngerät, Lauflernwagen und Aktivitätstisch: Nicht verwechseln

In den Verkaufsregalen werden häufig drei Gegenstände miteinander verwechselt. Sie werfen nicht dieselben Fragen auf.

  • Das Lauflerngerät, auch Youpala genannt, trägt das Kind auf Rollen und bewegt es ohne eigene Anstrengung. Es ist das Produkt, auf das sich das kanadische Verbot bezieht.
  • Der Lauflernwagen wird von einem stehenden Kind geschoben, das den Bodenkontakt behält. Er trägt das Kind nicht. Das größte Risiko ist ein unkontrolliertes Beschleunigen auf glattem Boden, das durch eine Bremse oder eine Beschwerung begrenzt werden kann.
  • Ein fester Aktivitätstisch rollt nicht. Er dient als Halt beim Aufstehen, ohne dass sich das Kind damit fortbewegt.

Der Unterschied ist nicht nur sprachlicher Natur. Entscheidend ist eine konkrete Frage: Trägt das Kind sein eigenes Gewicht?

Was einem Baby wirklich beim Laufen hilft

Die Antwort ist wenig spektakulär: Zeit auf dem Boden, ein freier Bereich und stabile Haltemöglichkeiten in der richtigen Höhe.

Eine feste, durchgehende Oberfläche ist besser als ein weicher Boden, der den Halt dämpft. Eine ausreichend dicke, faltbare und wendbare Spielmatte federt Stürze ab, ohne das Gefühl für den Untergrund zu beeinträchtigen. Die Kriterien für Dicke und Dichte werden in unserem Ratgeber über Schaumstoffmatten für Babys ausführlich erläutert.

Auch Haltemöglichkeiten sind wichtig. Ein stabiles niedriges Möbelstück, ein Sofa oder eine Bettkante ermöglichen das seitliche Gehen, das dem selbstständigen Gehen vorausgeht. Unser Artikel über Babys, die sich aufrichten, beschreibt diese Abfolge.

In Innenräumen sind nackte Füße weiterhin die beste Wahl. Sie übertragen taktile Informationen und beanspruchen die Fußmuskulatur.

Wenn Sie bereits ein Lauflerngerät besitzen

Es wegzuwerfen ist nicht die einzige vernünftige Option, aber die Nutzung sollte klar begrenzt werden. Drei Vorsichtsmaßnahmen verringern den Großteil des Risikos.

  • Alle Zugänge zu Treppen durch ein fest montiertes Schutzgitter sichern – oben und unten.
  • Die Nutzung auf wenige Minuten in einem freien Raum und unter direkter Aufsicht beschränken.
  • Alles entfernen, was dadurch in der Höhe erreichbar wird: heiße Flüssigkeiten, Kabel und Kochfelder.

Diese Maßnahmen entsprechen den Empfehlungen in unserem Ratgeber zur Sicherung der Wohnung für Babys. Sie machen aus dem Lauflerngerät kein Lernmittel, sondern begrenzen lediglich die Gefahr.

Quellen

  • Regierung von Kanada, Bekanntgabe des Verbots von Lauflerngeräten für Babys, 7. April 2004, Gesetz über gefährliche Produkte.
  • Sims A. et al., „Infant Walker-Related Injuries in the United States“, Pediatrics, Bd. 142, Nr. 4, September 2018.
  • American Academy of Pediatrics, Stellungnahme zum Verbot von Lauflerngeräten, AAP News, September 2018.
  • Weltgesundheitsorganisation, multizentrische Studie zu Meilensteinen der motorischen Entwicklung, 2006.
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