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Geschmacks- und Geruchssinn beim Baby: Zwei frühe Sinne

Bol en céramique, petite cuillère en bois et herbes fraîches sur une table en chêne, illustration Treelys® sur le goût et l'odorat du bébé

Man spricht viel über das Sehen und Hören des Babys, selten über seine Nase und Zunge. Diese beiden chemischen Sinne gehören jedoch zu den ersten, die funktionsfähig sind. Sie orientieren das Neugeborene lange bevor es klar sehen oder einen Gegenstand greifen kann.

Zwei Sinne, die vor der Geburt angelegt sind

Die Geschmacksknospen bilden sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel. Die Geruchsrezeptoren werden im zweiten Trimester funktionstüchtig.

Der Fötus schluckt Fruchtwasser, dessen Zusammensetzung mit der mütterlichen Ernährung variiert. So macht er sich mit einem ersten Repertoire an Aromen vertraut.

Die Kontinuität zwischen Vorher und Nachher

Die Aromen aus der mütterlichen Ernährung gehen auch in die Muttermilch über. Das gestillte Baby findet so bereits bekannte Empfindungen wieder, was den Übergang erleichtert.

Diese Kontinuität erklärt teilweise, warum die ersten kulinarischen Entdeckungen nie völlig neu sind. Der Boden wurde monatelang vorbereitet.

Was das Neugeborene wahrnimmt

Das Baby wird mit einer ausgeprägten Vorliebe für Süßes und einer spontanen Abneigung gegen Bitteres geboren. Diese Asymmetrie hat eine einfache biologische Logik.

Süßes signalisiert Energie, Bitteres signalisiert ein potenzielles Risiko. Das Ausgangsrepertoire ist also ein Sicherheitsfilter, kein endgültiges gastronomisches Urteil.

Der Geruchssinn als emotionaler Anhaltspunkt

Das Neugeborene erkennt den Geruch seiner Mutter innerhalb weniger Tage. Diese Wiedererkennung trägt zur Beruhigung und zur Orientierung zur Brust oder Flasche bei.

Auch deshalb beruhigt ein mit einem vertrauten Geruch getränktes Tuch manche Babys. Derselbe Mechanismus erklärt die Bindung an ein Kuscheltier, die wir in unserem Artikel über das Übergangsobjekt behandeln.

Wie sich Vorlieben bilden

Der Geschmack ist bei der Geburt nicht festgelegt. Er verändert sich durch wiederholte Exposition, ohne Druck oder Belohnung.

Die Regel der Wiederholung

Ein einmal abgelehnter Lebensmittel ist kein für immer abgelehnter Lebensmittel. Es braucht oft mehrere, zeitlich versetzte Präsentationen, damit ein neues Gemüse akzeptiert wird.

Anbieten ohne zu zwingen, entfernen ohne zu kommentieren, einige Tage später erneut anbieten: Die Methode ist langsam, aber robust. Sie respektiert den Rhythmus des Kindes und nicht den der Mahlzeit.

Die Lebensmittelneophobie

Zwischen 18 Monaten und 3 Jahren werden viele Kinder misstrauisch gegenüber unbekannten Lebensmitteln. Diese Phase ist normal und vorübergehend.

Sie entspricht dem Zeitpunkt, an dem das Kind sich alleine fortbewegt und alles Mögliche in den Mund nehmen könnte. Die geschmackliche Vorsicht spielt dann eine schützende Rolle.

Die Entdeckung im Alltag begleiten

Die sensorische Entwicklung beschränkt sich nicht auf den Teller. Sie erfolgt durch Anfassen, Riechen und Fühlen von Texturen.

Berühren lassen

Ein Kind, das ein Lebensmittel zerdrückt, riecht und verteilt, erforscht es. Diese taktile Erkundung geht oft der geschmacklichen Akzeptanz voraus, wie wir in unserem Artikel über den Tastsinn des Babys erklären.

Variieren ohne zu überladen

Ein neues Lebensmittel auf einmal reicht aus. Der Rest der Mahlzeit sollte vertraut bleiben, damit die Neuheit nicht zur Spannungsquelle wird.

Offizielle Richtlinien zur Einführung von Lebensmitteln finden Sie detailliert in unserem Artikel über die Beikosteinführung nach ANSES. Das Baden bietet übrigens ein weiteres sensorisches Terrain, das in unserem Artikel über die Anregung durch Wasser behandelt wird.

Für alle Fragen zu unseren Produkten steht Ihnen unsere FAQ-Seite zur Verfügung.

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