Warum Impfungen ein Thema sind, das Klarheit und Gelassenheit verdient
Wenn man Eltern wird, kommt die Frage nach Impfungen schnell auf, oft sogar schon vor der Geburt. Zwischen den Empfehlungen des Kinderarztes, Gesprächen im eigenen Umfeld und den Informationen, die im Internet kursieren, kann man sich leicht überfordert fühlen. Dieser Artikel soll weder überzeugen noch urteilen, sondern Ihnen verlässliche Orientierung bieten, die auf den Empfehlungen der französischen Gesundheitsbehörden beruht, damit Sie sich diesem Thema klar und unaufgeregt nähern können.
Impfungen gehören zu den Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge, deren Wirksamkeit am besten belegt ist. In Frankreich legt die Haute Autorité de Santé (HAS) in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium und Santé Publique France den jährlich aktualisierten Impfkalender fest. Dieser Kalender ist kostenlos auf der Website has-sante.fr und auf ameli.fr zugänglich.
Die Pflichtimpfungen für Kinder, die nach dem 1. Januar 2018 geboren wurden
Seit 2018 hat Frankreich die Zahl der Pflichtimpfungen für Säuglinge erhöht. Vor diesem Zeitpunkt waren nur drei Impfungen verpflichtend: gegen Diphtherie, Tetanus und Poliomyelitis. Heute sind für Kinder, die ab dem 1. Januar 2018 geboren wurden, elf Impfungen vorgeschrieben.
Die Liste der elf Pflichtimpfungen
Diese elf Impfungen schützen vor folgenden Krankheiten: Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis, Keuchhusten, invasiven Infektionen durch Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B, invasiven Pneumokokken-Infektionen, Meningokokken C, Masern, Mumps und Röteln. Sie sind alle in Kombinationsimpfstoffen enthalten, wodurch sich die tatsächliche Zahl der Injektionen begrenzt.
Diese Pflicht gilt für Kinder bis zum Alter von zwei Jahren. Die Nichteinhaltung kann dazu führen, dass die Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung (Kinderkrippe, Vorschule) verweigert wird. Wichtig ist, dass diese Pflicht sowohl dem kollektiven als auch dem individuellen Schutz dient, insbesondere dem Schutz von Säuglingen, die noch zu jung für eine Impfung sind, sowie von immungeschwächten Personen.
Empfohlene Impfungen (nicht verpflichtend)
Über die elf Pflichtimpfungen hinaus umfasst der französische Impfkalender empfohlene Impfungen, darunter die saisonale Grippeimpfung für bestimmte Kinder, die Impfung gegen Windpocken in besonderen Situationen sowie die Rotavirus-Impfung. Diese Empfehlungen richten sich nach dem Alter, der Krankengeschichte und dem familiären Umfeld. Ihr Arzt oder Kinderarzt kann Sie zu diesen Entscheidungen am besten beraten.
Der vereinfachte Impfkalender von 0 bis 3 Jahren
Hier finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Impfzeitpunkte in den ersten drei Lebensjahren, wie sie im geltenden Impfkalender festgelegt sind. Diese Zusammenfassung dient nur zur Orientierung: Halten Sie sich stets an die aktuellen Empfehlungen Ihrer medizinischen Fachkraft.
Bei der Geburt
Die Impfung gegen Hepatitis B wird ab der Geburt für Neugeborene empfohlen, deren Mutter Trägerin des HBs-Antigens ist. Bei allen anderen Säuglingen beginnt sie im Alter von zwei Monaten.
Mit 2 Monaten
Dies ist der erste wichtige Impftermin. Der Säugling erhält einen Sechsfachimpfstoff, der mit einer einzigen Injektion gegen sechs Krankheiten schützt: Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Poliomyelitis, Infektionen durch Haemophilus influenzae b und Hepatitis B. Auch die Impfung gegen Pneumokokken wird zu diesem Zeitpunkt durchgeführt.
Mit 4 Monaten
Eine zweite Dosis derselben Impfstoffe wird verabreicht. Dies ist auch der Zeitpunkt, zu dem einige Ärzte die Rotavirus-Impfung anbieten, die vor einer wichtigen Ursache schwerer Magen-Darm-Infektionen bei Säuglingen schützt.
Mit 5 Monaten
In diesem Alter wird die Impfung gegen Meningokokken C eingeführt; eine Auffrischungsdosis wird empfohlen.
Mit 11 Monaten
Eine Auffrischung der Sechsfachimpfung und der Pneumokokken-Impfung wird durchgeführt. In diesem Alter wird auch die zweite Dosis der Meningokokken-C-Impfung verabreicht.
Mit 12 Monaten
Die MMR-Impfung (Masern, Mumps, Röteln) wird in zwei Dosen verabreicht: die erste mit 12 Monaten und die zweite zwischen 16 und 18 Monaten.
Zwischen 16 und 18 Monaten
Eine Auffrischung der Sechsfachimpfung wird durchgeführt, zusammen mit der zweiten MMR-Dosis.
Wie sich Babys nach der Impfung fühlen: Was normal ist
Nach einer Impfung zeigen Säuglinge häufig leichte Reaktionen: eine Rötung oder leichte Schwellung an der Einstichstelle, mäßiges Fieber (unter 38,5 °C), Weinen, Reizbarkeit oder Schläfrigkeit in den darauffolgenden Stunden. Diese Reaktionen zeigen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert. In der Regel verschwinden sie innerhalb von 24 bis 48 Stunden.
Bestimmte Anzeichen sollten Sie hingegen zu einer raschen ärztlichen Abklärung veranlassen: anhaltend hohes Fieber, Krampfanfälle, Atembeschwerden oder eine starke Schwellung des Gesichts. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihren Arzt oder wählen Sie die 15 (SAMU). Sie können auch das praktische Informationsblatt von Ameli.fr zu Reaktionen nach Impfungen konsultieren.
Fragen, die Eltern häufig stellen
Kann man ein erkältetes oder leicht krankes Baby impfen?
Eine Erkältung oder leichtes Fieber ist normalerweise kein Grund, auf eine Impfung zu verzichten. Die Entscheidung trifft jedoch Ihr Arzt bei der Untersuchung im Einzelfall. Informieren Sie vor der Impfung immer über jedes Symptom, anstatt den Termin ohne ärztliche Rücksprache abzusagen.
Mein Kind hat Impfungen versäumt: Was soll ich tun?
Eine Verzögerung setzt den Impfkalender nicht auf null zurück. Ihr Arzt erstellt einen passenden Nachholplan. Es ist nie zu spät, ein Kind nachzuimpfen.
Sind Kombinationsimpfstoffe riskanter?
Nein. Kombinationsimpfstoffe (wie der Sechsfachimpfstoff) wurden eigens entwickelt, um die Zahl der Injektionen zu begrenzen und gleichzeitig dieselbe Wirksamkeit und dasselbe Sicherheitsprofil wie getrennte Impfstoffe zu bieten. Sie werden von der französischen Arzneimittelbehörde (ANSM) streng überwacht.
Wo findet man zuverlässige Informationen über Impfungen?
Am zuverlässigsten sind die offiziellen französischen Quellen: die Website der HAS (has-sante.fr), die Website von Santé Publique France (santepubliquefrance.fr) und Ameli.fr. Ihr Kinderarzt oder Hausarzt bleibt der wichtigste Ansprechpartner für alle Fragen, die Ihr Kind betreffen.
Der Gesundheitsausweis: ein wichtiges Hilfsmittel
Jede Impfung sollte im Gesundheitsausweis Ihres Kindes eingetragen werden, den Sie bei der Geburt von der Geburtsklinik erhalten. Dieses offizielle Dokument enthält eine Übersicht über alle erhaltenen Impfungen und ist für die Aufnahme in Gemeinschaftseinrichtungen, Auslandsreisen und die medizinische Betreuung während des gesamten Lebens unverzichtbar. Bewahren Sie ihn sorgfältig auf und bringen Sie ihn zu jeder Untersuchung mit.
Bei Verlust kann Ihr Arzt anhand seiner Unterlagen einen Teil der Impfhistorie rekonstruieren, doch manche Angaben lassen sich möglicherweise nur schwer wiederfinden. Seit 2022 ermöglicht ein digitaler Gesundheitsbereich (Mon espace santé) außerdem, diese Informationen elektronisch zu speichern.
Slow Parenting und Impfungen: zwei miteinander vereinbare Werte
Sich Zeit zu lassen, Fragen zu stellen und etwas zu verstehen, bevor man handelt: Das ist eine gesunde Haltung in der Elternschaft. Auch bei Impfungen ist es völlig legitim, Fragen zu haben. Wichtig ist, sie den richtigen Ansprechpartnern zu stellen und offen mit Ihrer medizinischen Fachkraft darüber zu sprechen, ohne sich ausschließlich von ungeprüften Quellen leiten zu lassen.
Für die Gesundheit Ihres Kindes zu sorgen bedeutet auch, ihm eine sichere Umgebung zu bieten, in der es unbeschwert wachsen kann. Um die ersten Monate des Erwachens zu Hause zu begleiten, haben wir unsere Spieldecke entwickelt. Sie unterstützt die motorische und sensorische Entwicklung des Säuglings in einer beruhigenden und anregenden Umgebung, ohne ihn mit zu vielen Reizen zu überfordern.
Wenn Sie weitere Aspekte des Lebens mit einem Neugeborenen vertiefen möchten, können Sie unseren Artikel über wirklich nützliche Dinge für die Rückkehr nach Hause oder über die Gestaltung des Babyzimmers nach Montessori-Prinzipien lesen.