Bei der Auswahl von Baby-Badespielzeug sind zunächst zwei Kriterien entscheidend: die mechanische Sicherheit und die Möglichkeit, das Spielzeug zwischen zwei Bädern vollständig zu trocknen. Ein hohles Spielzeug mit einem Loch hält lauwarmes Wasser zurück und wird zum Nährboden für Mikroorganismen. Alles Weitere – Farben, Formen und Figuren – kommt danach.
Warum füllen sich Badespielzeuge mit Schimmel?
Weil sie alles vereinen, was ein Biofilm braucht: lauwarmes Wasser, Dunkelheit, eine Kunststoffoberfläche und organisches Material. Ein Team des Schweizer Forschungsinstituts Eawag öffnete Badespielzeuge, die in echten Haushalten verwendet wurden. Auf den Innenflächen zählte es zwischen 5 und 75 Millionen mikrobielle Zellen pro Quadratzentimeter.
In fast 60 % der Spielzeuge aus echten Haushalten waren Pilze vorhanden. Potenziell krankheitserregende Bakterien, darunter Legionella und Pseudomonas aeruginosa, wurden in 80 % der untersuchten Spielzeuge gefunden.
Die Studie identifiziert mehrere Nahrungsquellen für diese Mikroorganismen. Minderwertige Polymere geben organischen Kohlenstoff an das Wasser ab. Hinzu kommen Körperrückstände, Seife und Pflegeprodukte. Anders gesagt: Nicht sichtbarer Schmutz ernährt den Biofilm, sondern die normale Nutzung des Bades.
Das Abflussloch als Wendepunkt
Ein hohles schwimmendes Spielzeug füllt sich, wenn das Kind es zusammendrückt. Anschließend bleibt das Wasser stundenlang bei Raumtemperatur eingeschlossen. Genau dieses Szenario beschreibt die Schweizer Studie. Um dies zu vermeiden, gibt es zwei Möglichkeiten: Spielzeug ohne jegliche Öffnung wählen oder Spielzeug, dessen Hülle sich zum Trocknen öffnen lässt.
Welche Sicherheitskriterien sollten vor dem Kauf geprüft werden?
Ein Badespielzeug ist weiterhin ein Spielzeug und unterliegt daher den europäischen Vorschriften zur Spielzeugsicherheit. Die CE-Kennzeichnung ist verpflichtend und bindet den Hersteller. Die harmonisierte Norm EN 71 konkretisiert die Anforderungen in einzelnen Teilen.
- Größe der Teile. Vor dem Alter von 36 Monaten darf kein ablösbares Teil den Test mit dem Kleinzylinder bestehen. Wenn ein Spielzeug ein Auge, einen Propeller oder einen Verschluss verliert, wird es zur Erstickungsgefahr.
- Kennzeichnung und Warnhinweise. Mindestalter, Hinweis auf Beaufsichtigung und spezifische Warnhinweise für Wasserspielzeug müssen auf der Verpackung oder dem Produkt angegeben sein.
- Material. Bevorzugen Sie massive, glatte Materialien: lebensmittelechtes Silikon, Naturkautschuk ohne Hohlraum und feuchtigkeitsbeständig behandeltes Holz.
- Bissfestigkeit. Viele Babys kauen auf ihrem Badespielzeug. Diese Phase ist normal und dokumentiert, wie wir in unserem Artikel darüber erklären, warum Babys alles in den Mund nehmen.
Die Kontrollen der DGCCRF zeigen, dass die Konformität nicht selbstverständlich ist. Bei ihrer Untersuchung im Jahr 2022 erwiesen sich 17 % der 674 im Labor getesteten Spielzeuge als nicht konform und gefährlich. Auf Online-Marktplätzen stieg der Anteil nicht konformer und gefährlicher Spielzeuge in einer Stichprobe von 49 Produkten auf 41 %.
Was kein Badespielzeug ist
Drei Gegenstände werden häufig als Spielzeug verwendet, obwohl sie keines sind. Aufblasbare Schwimmringe und Badesitze sind keine Sicherheitsvorrichtungen. Quellende Wasserperlen bergen ein Verschluckungsrisiko. Badefarben und Badebomben sind nicht für die Haut von Säuglingen entwickelt.
Ab welchem Alter sollte man Badespielzeug einführen?
Vor dem sechsten Monat ist das Bad kurz, und das Baby kann noch nicht zuverlässig gezielt greifen. Ein Waschlappen und ein Becher reichen völlig aus. Das Interesse an schwimmenden Gegenständen entwickelt sich meist zwischen sechs und zwölf Monaten, wenn sich das Sitzen stabilisiert.
Zwischen zwölf und 24 Monaten wird das Bad zu einem Experimentierfeld. Umfüllen, füllen, leeren und Wasser fließen lassen: Diese Bewegungen vermitteln echte physikalische Zusammenhänge. Wir erläutern diesen Mechanismus ausführlicher in unserem Artikel über das Bad als sensorische Förderung.
Ein praktischer Punkt ist genauso wichtig wie das Spielzeug selbst: die Stabilität des Kindes. Ein rutschendes Baby spielt nicht, sondern verkrampft sich. Eine faltbare Babybadewanne mit Standfuß auf Erwachsenen-Greifhöhe oder eine rutschfeste Badematte in einer Erwachsenenbadewanne verändern das Erlebnis stärker als ein zusätzliches Spielzeug.
Wie werden Badespielzeuge gereinigt und getrocknet?
Eine wirksame Reinigung beruht auf drei einfachen Grundsätzen: Nach jedem Bad das Restwasser entleeren. An der Luft und außerhalb der Badewanne trocknen lassen. Das Innere regelmäßig kontrollieren.
Routine nach jedem Bad
- Drücken Sie jedes hohle Spielzeug zusammen, bis das Wasser vollständig herausgelaufen ist.
- Spülen Sie es mit klarem Wasser ab, um Seifenrückstände zu entfernen.
- Legen Sie die Spielzeuge in ein aufgehängtes Netz oder einen gelochten Korb.
- Lassen Sie sie außerhalb des feuchten Raumes trocknen, wenn das Badezimmer schlecht belüftet ist.
Gründliche Reinigung ein- bis zweimal im Monat
Ein 15- bis 30-minütiges Einweichen in einer verdünnten Lösung aus weißem Essig löst einen Teil des Biofilms. Auch Natron ist geeignet. Einige Spielzeuge aus massivem Silikon sind spülmaschinenfest: Prüfen Sie vorher die Gebrauchsanweisung.
Nach dem Einweichen bleibt das vollständige Trocknen der entscheidende Schritt. Wird ein feuchtes Spielzeug verstaut, macht dies den Reinigungseffekt zunichte.
Wann sollte man ein Badespielzeug wegwerfen?
Drei Anzeichen lassen sich nicht beheben: graues oder schwarzes Wasser, das beim Zusammendrücken aus dem Spielzeug austritt; dunkle Flecken, die durch das Loch im Inneren sichtbar sind; oder ein anhaltender Geruch nach dem Trocknen. In allen drei Fällen gehört das Spielzeug in den Müll.
Benötigt man viel Baby-Badespielzeug?
Nein. Drei oder vier gut ausgewählte Gegenstände decken den Zeitraum von null bis drei Jahren ab. Stapelbecher, eine Gießkanne, ein Naturschwamm und ein kleines massives Boot bieten mehr Abwechslung als eine Kiste voller hohler Figuren.
Dieser Gedanke entspricht dem Ansatz, den wir auf die gesamte Babyausstattung anwenden. Weniger, aber dafür besser zu kaufen, reduziert Platzbedarf, Budget und Pflegeaufwand, wie wir in unserem Ratgeber zu mitwachsenden Babyprodukten erklären.
Badespielzeug und die Organisation des Bades
Die Auswahl des Spielzeugs hängt auch vom Badebehälter ab. Eine spezielle Babybadewanne begrenzt die Wassermenge und verkürzt die Badezeit. Unser Vergleich zur Auswahl einer Babybadewanne erläutert die Unterschiede zwischen Modellen mit Standfuß, faltbaren und klassischen Modellen.
Der Wechsel zu einem Badesitz verändert die Situation erneut, da das Kind die Hände frei hat. Die geeigneten Altersstufen und Einsatzmöglichkeiten erklären wir in unserem Artikel über den Badesitz für Babys. Schließlich bleibt die Wassertemperatur der wichtigste Komfortfaktor: Unser Artikel über das Badethermometer zeigt, wie nützlich es tatsächlich ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
Ein gutes Badespielzeug ist ein Spielzeug, das trocknet. Bevorzugen Sie massive Materialien ohne Hohlräume, die CE-gekennzeichnet und altersgerecht sind. Entleeren, spülen und trocknen Sie das Spielzeug nach jedem Bad. Kontrollieren Sie das Innere einmal im Monat. Und halten Sie die Anzahl gering: Das Bad bleibt vor allem ein Moment der Nähe und Ruhe, kein Spielzimmer.
Quellen
- Neu L. et al., „Ugly ducklings — the dark side of plastic materials in contact with potable water“, npj Biofilms and Microbiomes, 27. März 2018 (DOI 10.1038/s41522-018-0050-9). Mitteilung des Instituts Eawag vom 27. März 2018.
- DGCCRF, „Wie die DGCCRF die Sicherheit von Spielzeug gewährleistet“, aktualisiert am 18. Dezember 2023 (Ergebnisse der Untersuchung von 2022).
- AFNOR, Normenreihe NF EN 71 — Sicherheit von Spielzeug.