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Développement 0-3 ans

Baby steckt alles in den Mund: Warum und bis wann

Anneau de dentition en bois sur un sol clair — exploration orale de bébé, Treelys®

Wenn Babys alles in den Mund nehmen, erkunden sie die Welt mit dem am weitesten entwickelten Sinn, der ihnen zur Verfügung steht. Diese sogenannte orale Explorationsphase beginnt etwa im Alter von 3 oder 4 Monaten und lässt meist nach 12 bis 18 Monaten nach. Sie ist ein normaler und hilfreicher Entwicklungsschritt – keine schlechte Angewohnheit, die korrigiert werden muss.

Warum nimmt mein Baby alles in den Mund?

Babys führen Gegenstände zum Mund, weil ihre Lippen und ihre Zunge sehr viele Nervenenden besitzen. Der Mund liefert ihnen Informationen, die sie auf andere Weise noch nicht erhalten können. Bevor sie mit ihren Händen gut ertasten können, „schauen“ sie mit dem Mund.

Diese Erkundung unterstützt mehrere Lernprozesse gleichzeitig. Das Baby entdeckt die Form, die Beschaffenheit, die Härte und die Temperatur von Gegenständen. So entwickelt es nach und nach eine erste sensorische Karte der Welt, die es umgibt.

In welchem Alter nehmen Babys alles in den Mund?

Die orale Phase beginnt im Allgemeinen zwischen dem 3. und 4. Monat, wenn das Baby Gegenstände gezielt greifen kann. Am intensivsten ist sie zwischen dem 6. und 12. Monat. Danach nimmt sie ab, wenn Hände und Blick zunehmend die Führung übernehmen.

Im Alter von etwa 18 bis 24 Monaten nehmen die meisten Kinder deutlich weniger Gegenstände in den Mund. Dieser Rückgang erfolgt schrittweise und ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Das Zahnen kann den Wunsch, auf Dingen zu kauen, vorübergehend wieder verstärken.

Manchmal wird diese Zeit als „orale Phase“ bezeichnet. Sie ist keineswegs ein Problem, sondern kennzeichnet eine Entwicklungsphase, in der der Mund die Entdeckung der Welt lenkt. Dem Baby diese Erkundung zu verwehren, hilft ihm nicht, schneller groß zu werden.

Der Mund als echtes Erkundungsinstrument

Um dieses Verhalten zu verstehen, sollte man den Mund als Messinstrument betrachten. Er ergänzt, was Hand und Auge noch nicht wahrnehmen können.

Sehr empfindliche Lippen

Lippen und Zunge erkennen feine Unterschiede bei Struktur und Material. Ein glatter, rauer oder weicher Gegenstand sendet nicht dieselben Signale aus. Nach und nach speichert das Baby diese Empfindungen in seinem Gedächtnis.

Die Koordination von Hand und Mund

Einen Gegenstand zum Mund zu führen, erfordert die Koordination von Arm, Hand und Kopf. Das ist eine wertvolle motorische Übung, die mit der Entwicklung der Greiffähigkeit zusammenhängt. Jeder Versuch verfeinert diese noch etwas unbeholfene Bewegung.

Das Entdecken verschiedener Strukturen

Holz, Stoff, lebensmittelechtes Silikon oder Gummi bieten unterschiedliche Empfindungen. Diese Vielfalt stimuliert das sensorische Gehirn. Später erleichtert sie auch die Akzeptanz neuer Lebensmittelstrukturen.

Baby nimmt alles in den Mund: Ist das gefährlich?

Das Verhalten an sich ist nicht gefährlich, bestimmte Gegenstände können es jedoch sein. Die größte Gefahr ist das Ersticken an einem kleinen Teil. Ein Gegenstand, der durch eine Toilettenpapierrolle passt, ist für ein Baby zu klein.

Sicherheit entsteht daher durch die Umgebung, nicht durch Verbote. Statt dem Kind ständig Gegenstände aus den Händen zu nehmen, sollte man den Raum sicher gestalten. Die Aufsicht durch einen Erwachsenen bleibt der beste Schutz.

Was sollte man tun – und was nicht?

Die richtige Haltung besteht darin, diese Phase zu begleiten, statt sie zu unterdrücken. Diese Orientierungshilfen sind im Alltag nützlich.

  • Gut: saubere, sichere und zum Kauen geeignete Gegenstände anbieten.
  • Gut: kleine Gegenstände, Batterien, Verschlüsse und Münzen außer Reichweite aufbewahren.
  • Gut: das Kind während des Spielens auf dem Boden beaufsichtigen.
  • Vermeiden: schimpfen oder auf die Hände schlagen – das hilft nicht und verunsichert das Kind.
  • Vermeiden: Schmuck- oder Zahnungsketten um den Hals, da sie wegen der Strangulationsgefahr nicht empfohlen werden.

Die richtigen Gegenstände zum In-den-Mund-Nehmen auswählen

Ein geeigneter Erkundungsgegenstand ist groß genug und besitzt keine kleinen ablösbaren Teile. Er besteht aus einem unbedenklichen Material ohne bedenkliche Stoffe. Sicherheitskennzeichnungen helfen bei der Auswahl geeigneter Produkte.

Achten Sie auf die CE-Kennzeichnung und, wenn möglich, auf eine Zertifizierung wie EN 71 für Spielzeug. Bei Oberflächen, auf denen das Baby spielt und seinen Mund ablegt, ist die Frage der Materialien besonders wichtig. Unser Ratgeber zur chemischen Sicherheit von Babyprodukten erläutert, welche Stoffe vermieden werden sollten.

Einen sicheren Erkundungsbereich einrichten

Ein sauberer und aufgeräumter Bereich auf dem Boden macht diese Phase entspannter. Dort kann das Baby frei erkunden, ohne dass gefährliche Gegenstände in Reichweite liegen. Außerdem trainiert es dabei seine Motorik und Koordination.

Eine Spieldecke grenzt einen sauberen und gepolsterten Bereich für diese Entdeckungen auf dem Boden ab. Das Material der Decke ist wichtig, da das Baby dort häufig seinen Mund auflegt: Unser Ratgeber zu Schaumstoffmatten erklärt, welche Materialien vorzuziehen sind. Wie diese Bewegung mit der weiteren Entwicklung zusammenhängt, erfahren Sie in unserem Artikel über die Fein- und Grobmotorik.

Diese orale Erkundung ergänzt die anderen erwachenden Sinne. Sie erweitert die Entwicklung des Tastsinns und bereitet die Entdeckung von Geschmack und Geruch vor.

Wann sollte man sich Sorgen machen?

In der überwiegenden Mehrheit der Fälle besteht kein Grund zur Sorge. Eine ärztliche Einschätzung kann sinnvoll sein, wenn das Kind nach dem 2. oder 3. Lebensjahr wiederholt nicht essbare Gegenstände verschluckt. Eine medizinische Fachkraft kann die Situation gemeinsam mit Ihnen beurteilen. Pica, also das wiederholte Essen nicht essbarer Materialien, ist selten und sollte lediglich mit dem Arzt besprochen werden.

Zusammenfassung

Babys nehmen alles in den Mund, weil dies ihre ursprüngliche Art ist, die Welt zu erkunden und zu lernen. Diese Phase ist normal und hilfreich und wird mit zunehmendem Alter von selbst schwächer. Die Aufgabe der Eltern besteht nicht darin, sie zu verbieten, sondern sie sicher zu gestalten.

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