Die vier entscheidenden Kriterien bei der Auswahl
Eine Babymatratze wird nach vier Kriterien ausgewählt: den exakten Bettmaßen, der Festigkeit, der Dicke und den Zertifizierungen. Alles andere kommt danach. Eine zu weiche oder schlecht auf den Lattenrost passende Matratze stellt ein Risiko dar, statt Komfort zu bieten.
Dieser Ratgeber erläutert jedes dieser Kriterien, erklärt, wie Sie sie selbst überprüfen können, und weist auf Werbeargumente hin, die keinen wirklichen Mehrwert bieten. Das Ziel ist einfach: einmal richtig kaufen und die Matratze bis zum größeren Bett behalten.
Welche Maße sollte eine Babymatratze haben?
Die Matratze muss exakt den Innenmaßen des Bettes entsprechen. In Frankreich ist 60 x 120 cm das Standardmaß für ein Gitterbett. Das zweite gängige Maß ist 70 x 140 cm und wird oft gewählt, damit das Bett länger genutzt werden kann.
Die gängigsten Größen
60 x 120 cm bleibt das Standardmaß für ein erstes Bett. Es passt in ein kleines Kinderzimmer und ist mit den meisten auf dem Markt erhältlichen Spannbettlaken kompatibel. 70 x 140 cm bietet ab zwei Jahren mehr Platz, nimmt aber auch mehr Raum ein.
Reisebetten haben hingegen je nach Modell eigene Maße. Legen Sie niemals eine herkömmliche Babybettmatratze hinein: Der Hersteller liefert die passende Matratze, und nur diese ist für diesen Rahmen konzipiert. Unser Ratgeber zum Reisebett erläutert diesen Punkt ausführlich.
Der Spalt zwischen Matratze und Bettrahmen
Zwischen der Matratze und den Gitterstäben darf kein nennenswerter Spalt bleiben. Die praktische Faustregel ist einfach: Wenn zwei erwachsene Finger problemlos an einer Seite hindurchpassen, ist die Matratze zu klein. Durch einen Spalt kann ein Baby mit dem Kopf oder einem Arm hineinrutschen.
Messen Sie vor dem Kauf das Innere des Bettes, nicht die auf der Verpackung angegebene Größe. Fertigungstoleranzen sind möglich, und ein oder zwei Zentimeter reichen aus, um einen problematischen Spalt entstehen zu lassen.
Warum Festigkeit wichtiger ist als Weichheit
Ein Säugling braucht keine weiche Matratze. Er braucht eine ebene und feste Oberfläche, die unter seinem Gewicht nicht nachgibt. Eine einsinkende Oberfläche kann die Atmung beeinträchtigen, wenn das Gesicht darin vergraben wird.
Was Gesundheitsbehörden empfehlen
Die französischen Empfehlungen für den Schlaf von Säuglingen sind eindeutig: eine feste, passgenaue Matratze, keine Bettdecke, kein Kissen und kein Nestchenschutz. Diese Regeln erläutern wir ausführlich in unserem Artikel über den sicheren Schlaf von Säuglingen.
Diese Anforderung an die Festigkeit gilt bis zu dem Alter, in dem sich das Kind selbstständig umdreht und aufrichtet. In der Praxis verwenden die meisten Eltern dieselbe Matratze deutlich länger, da die Festigkeit auch für ein Kleinkind bequem bleibt.
So testen Sie die Festigkeit richtig
Drücken Sie mit der Handfläche auf die Mitte der Matratze und lassen Sie dann los. Die Oberfläche sollte sofort in ihre ursprüngliche Form zurückkehren, ohne den Handabdruck zu behalten. Ein Schaumstoff, der mehrere Sekunden braucht, um seine Form wiederzuerlangen, ist für ein Babybett zu weich.
Seien Sie bei sogenannten Memory-Foam-Matratzen für Kinder unter zwei Jahren vorsichtig. Sie passen sich konstruktionsbedingt dem Körper an, und genau das sollte in einem Gitterbett vermieden werden.
Welche Matratzendicke für eine Babymatratze?
Eine Dicke von 10 bis 12 cm eignet sich für ein Standard-Gitterbett. Unter 8 cm verschlechtern sich Komfort und Formstabilität schnell. Bei mehr als 15 cm ist die Höhe der Gitterstäbe nicht mehr ausreichend, sobald das Kind aufsteht.
Der freie Abstand zwischen der Oberseite der Matratze und der Oberkante der Gitterstäbe muss mindestens 50 cm betragen, wenn der Lattenrost in der unteren Position ist. Dieser Abstand verhindert, dass das Kind im Alter von etwa zehn oder zwölf Monaten über das Gitter kippt.
Schaumstoff, Naturfasern oder Latex: Welche Materialien gibt es?
Hochelastischer Polyurethanschaum
Dies ist die häufigste Wahl und eine vernünftige Entscheidung. Ein hochelastischer Schaumstoff mit einer Dichte von 20 bis 25 kg/m³ bietet einen guten Kompromiss zwischen Festigkeit, Leichtigkeit und Lebensdauer. Auf dem technischen Datenblatt sollte man eher auf die Dichte achten als auf den Handelsnamen des Schaumstoffs.
Eine Dichte von weniger als 18 kg/m³ weist auf einen Schaumstoff der Einstiegsklasse hin, der schnell nachgibt. Dieser Wert steht auf dem technischen Datenblatt des Herstellers, manchmal im Kleingedruckten.
Natürliche Füllmaterialien
Kokos, Wolle, Baumwolle oder Bambusfasern kommen vor allem als Komfortschicht oder als saisonale Seite zum Einsatz. Sie regulieren die Feuchtigkeit gut und sind ausreichend atmungsaktiv. Allerdings sind sie schwerer, teurer und erfordern bei einem Auslaufen der Windel eine gründlichere Belüftung.
Latex
Naturlatex ist langlebig und wird durch seine Wabenstruktur von Natur aus belüftet. Sein Nachteil ist das Gewicht, das den Bettwäschewechsel erschwert. Prüfen Sie immer den tatsächlichen Anteil an Naturlatex: Viele Produkte enthalten eine Mischung aus synthetischem Latex und Naturlatex.
Zertifizierungen und Emissionen: Was ist zu prüfen?
Wirklich aussagekräftige Siegel
Drei Orientierungspunkte sind hilfreich. OEKO-TEX Standard 100 regelt Schadstoffe in Textilien und im Bezug. CertiPUR bezieht sich speziell auf Polyurethanschäume und deren Emissionen. Die in Frankreich vorgeschriebene Kennzeichnung der Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen reicht von A+ bis C: A+ sollte bevorzugt werden.
Keines dieser Siegel ersetzt die anderen. Ein OEKO-TEX-zertifizierter Bezug kann einen nicht geprüften Schaumstoff bedecken, und umgekehrt. Die Frage nach chemischen Stoffen in Babyprodukten wird ausführlich in unserem Beitrag über die chemische Sicherheit von Babyprodukten behandelt.
Lüften vor der ersten Nacht
Packen Sie die Matratze mindestens achtundvierzig Stunden aus, bevor Sie das Kind darauf schlafen lassen. Lassen Sie sie in einem gut belüfteten Raum ohne Bezug oder Matratzenschoner liegen. Ein chemischer Geruch, der nach dieser Frist anhält, rechtfertigt eine Rückgabe an den Verkäufer.
Dieser Grundsatz gilt für sämtliche neue Bettwaren. Er verringert die Belastung durch die stärksten Emissionen, die in den ersten Tagen nach dem Auspacken auftreten.
Bettmatratze, Wickelauflage, Bodenmatte: drei unterschiedliche Flächen
Diese drei Flächen erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse und sind nicht austauschbar. Die Bettmatratze dient dem Schlafen: Sie ist fest, dick und bleibt im Bett. Die Wickelauflage dient dem Wickeln und verfügt über erhöhte Ränder sowie eine wasserdichte Oberfläche.
Die Bodenspielfläche dämpft beim Spielen und bei der motorischen Entwicklung Stürze ab. Sie ist dünner, größer und lässt sich mit einem Wisch reinigen. Unsere faltbare XPE-Schaumstoff-Spielmatte erfüllt diesen Zweck und ersetzt niemals eine Schlafmatratze.
Um die Unterschiede zwischen den Schaumstoffen dieser Produkte zu verstehen, erläutert unser Leitfaden zu Materialien und Sicherheit von Schaumstoffmatten die Dichten, Zertifizierungen und Kontrollpunkte.
Pflege und Lebensdauer
Eine atmungsaktive, wasserdichte Matratzenauflage schützt den Schaum vor Flüssigkeiten und verlängert die Lebensdauer der Matratze deutlich. Waschen Sie sie bei einem Unfall bei sechzig Grad und lassen Sie die Matratze vollständig trocknen, bevor Sie das Bett wieder beziehen.
Wenden und drehen Sie die Matratze alle zwei bis drei Monate, sofern das Modell dies zulässt. Eine gut gepflegte Babymatratze hält problemlos bis zum Wechsel ins große Bett. Achten Sie auf dauerhafte Vertiefungen, das Absinken einer Kante und hartnäckige Feuchtigkeitsflecken als Abnutzungserscheinungen.
Sollte man eine gebrauchte Babymatratze kaufen?
Dies ist das einzige Babyprodukt, von dessen Gebrauchtkauf wir abraten. Die Festigkeit eines Schaumstoffs nimmt ab, ohne dass dies sichtbar ist, und die Feuchtigkeitsgeschichte der Matratze lässt sich nicht überprüfen. Das Risiko wird durch die erzielte Ersparnis nicht aufgewogen.
Für alles andere ist Secondhand oft eine ausgezeichnete Wahl. Unser Artikel über gebrauchte Babyartikel unterscheidet, was man bedenkenlos gebraucht kaufen kann und was neu bleiben sollte.
Die häufigsten Fehler
Der erste besteht darin, die Matratze vor dem Bett zu kaufen und dann festzustellen, dass die Maße nicht übereinstimmen. Der zweite besteht darin, eine weiche Matratzenauflage auf eine feste Matratze zu legen, wodurch der Vorteil der Festigkeit zunichtegemacht wird.
Der dritte besteht darin, eine Matratze mit durchgelegener Schaumpolsterung zu behalten, weil das Kind sich nicht darüber beschwert. Der vierte besteht darin, nur nach der angegebenen Dicke auszuwählen, ohne auf die Dichte zu achten. Diese vier Angewohnheiten reichen aus, um die meisten Fehlkäufe zu vermeiden.
Eine Frage zu einem bestimmten Modell oder zur Maßkompatibilität? Unsere FAQ-Seite fasst die am häufigsten gestellten Fragen zusammen.