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0-12 mois

Baby greift nach Gegenständen: Ab welchem Alter?

Anneau de préhension en bois posé sur un tapis d'éveil, arrière-plan flou : bébé attrape les objets — Treelys®

Ein Baby greift ab etwa vier bis fünf Monaten gezielt nach Gegenständen. Vor diesem Alter schließen sich seine Hände reflexartig, ohne Absicht. Die gezielte Bewegung entsteht, wenn sich Sehen, Armkontrolle und das Öffnen der Hand schließlich koordinieren.

Dieser Wandel ist einer der sichtbarsten Entwicklungsschritte im ersten Lebensjahr. Er eröffnet den Zugang zur Welt der Gegenstände: greifen, schütteln, zum Mund führen und anschließend loslassen. Hier finden Sie die Altersrichtwerte, den tatsächlichen Verlauf dieser Entwicklung und die Anzeichen, bei denen ärztlicher Rat sinnvoll ist.

Ab welchem Alter greift ein Baby gezielt nach Gegenständen?

Das gezielte Greifen entwickelt sich bei den meisten Kindern zwischen vier und fünf Monaten. Das Baby sieht den Gegenstand, streckt den Arm aus, öffnet die Hand und schließt die Finger darum. Die Bewegung ist noch ungenau und oft zu weit ausholend.

Diese Richtwerte sind Durchschnittswerte. Eine Abweichung von einigen Wochen in die eine oder andere Richtung ist völlig normal. Bei einem frühgeborenen Kind wird das korrigierte Alter zugrunde gelegt, das sich am errechneten Geburtstermin und nicht am tatsächlichen Geburtsdatum orientiert.

Die Entwicklungsstufen des Greifens, Monat für Monat

0 bis 2 Monate: der Greifreflex

Legen Sie einem Neugeborenen einen Finger in die Handfläche: Seine Finger schließen sich sofort. Dieser archaische sogenannte Greifreflex erfolgt nicht bewusst. Er verschwindet allmählich im Alter von etwa drei bis vier Monaten.

Solange er vorherrscht, bleiben die Hände häufig zu Fäusten geballt. Das Baby kann einen Gegenstand, den es hält, nicht bewusst loslassen.

3 bis 4 Monate: Die Hände öffnen und nähern sich einander

Die Fäuste lockern sich. Das Baby entdeckt seine eigenen Hände, betrachtet sie lange und führt sie über seiner Brust zusammen. Es beginnt, nach hängenden Gegenständen zu schlagen, ohne sie greifen zu können.

Jetzt wird ein gut eingestellter Spielbogen nützlich. Die Elemente sollten in Reichweite der Arme hängen, weder zu hoch noch zu niedrig.

4 bis 6 Monate: das palmarer Greifen

Das Baby greift mit der ganzen Hand, indem es die Finger zur Handfläche hin beugt. Der Daumen ist noch nicht beteiligt. Zunächst greift es mit der Außenseite der Hand, allmählich dann von der Daumenseite aus.

Jeder ergriffene Gegenstand wandert zum Mund. Das ist keine Gefräßigkeit, sondern Erkundung: Der Mund ist in diesem Alter der Bereich mit den meisten Sinnesrezeptoren. Wir erläutern diesen Mechanismus ausführlich in unserem Artikel über das systematische Erkunden mit dem Mund.

6 bis 8 Monate: Gegenstände von einer Hand in die andere geben

Das Baby gibt einen Gegenstand von einer Hand in die andere. Dafür muss es ihn auf der einen Seite genau in dem Moment loslassen, in dem die andere Hand ihn schließt. Dies kündigt die Koordination beider Körperseiten an.

Die Sitzposition, die sich häufig zur selben Zeit entwickelt, macht beide Hände frei. Ein Kind, das ohne Unterstützung sitzen kann, kann mit beiden Händen Gegenstände untersuchen, die es zuvor im Liegen greifen musste.

8 bis 10 Monate: der Scherengriff

Der Daumen kommt ins Spiel. Er wird der Seite des Zeigefingers gegenübergestellt, um kleinere Gegenstände zu greifen. Man spricht vom Scheren- oder seitlichen Pinzettengriff. Das Baby beginnt, ein Krümel, ein Stück Brot oder ein kleines Spielzeugteil zu greifen.

Diese Entwicklungsstufe erfordert neue Aufmerksamkeit bei kleinen Gegenständen auf dem Boden. Alles, was herumliegt, landet zuerst in der Hand und dann im Mund.

9 bis 12 Monate: der feine Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger

Daumen und Fingerkuppe des Zeigefingers treffen sich zum feinen Pinzettengriff. Mit dieser Bewegung wird das Kind später einen Stift halten können. Im selben Zeitraum entwickelt sich auch das bewusste Loslassen: Das Baby kann einen Gegenstand endlich dort ablegen, wo es möchte.

Nun beginnt das Alter der Einfüll- und Ausräumspiele. Hineinlegen, herausnehmen, wiederholen: Diese Wiederholung verbessert die Genauigkeit der Bewegung.

Warum entwickelt sich das Greifen in dieser Reihenfolge?

Die motorische Entwicklung folgt zwei konstanten Prinzipien. Das erste verläuft vom Kopf zu den Füßen: Die Kontrolle des Nackens geht der Kontrolle des Rumpfes und anschließend der Beine voraus. Das zweite verläuft vom Körperzentrum nach außen: Die Schulter wird vor dem Ellenbogen kontrolliert, der Ellenbogen vor dem Handgelenk und das Handgelenk vor den Fingern.

Das feine Greifen entwickelt sich daher naturgemäß erst später. Es setzt einen stabilen Rumpf und eine kräftige Schulter voraus. Ein Baby, das Zeit auf dem Boden verbringt, auf dem Bauch und auf dem Rücken, trainiert diese Grundlage ganz nebenbei.

Deshalb stehen Grob- und Feinmotorik nicht im Gegensatz zueinander. Diesen Zusammenhang erläutern wir in unserem Artikel über Fein- und Grobmotorik.

Wie Sie unterstützen können, ohne Druck auszuüben

Der Boden bleibt der beste Übungsort

Auf einer festen, ebenen Unterlage kann das Baby den Kopf drehen, die Arme heben und seine Bewegungen frei anpassen. Eine Babywippe oder ein geneigter Sitz schränkt diese Anpassungen ein, weil der Rumpf fixiert wird.

Eine stabile und bequeme Unterlage verändert die Qualität der Bewegung. Eine feste, dicke Spielmatte bietet eine nicht nachgebende Unterlage – anders als ein Bett oder Sofa. Diese Stabilität ist sowohl beim Greifen als auch für die gesamte motorische Entwicklung wichtig.

Wenige, aber abwechslungsreiche Gegenstände anbieten

Drei oder vier Gegenstände auf einmal reichen aus. Entscheidend ist die Vielfalt der Oberflächen, Gewichte und Formen: glattes Holz, weicher Stoff, weiches Silikon und ein stabiler Ring.

Die Gegenstände sollten in eine kleine Hand passen. Eine Rassel in der Größe einer Erwachsenenfaust ist mit vier Monaten zu groß zum Greifen. Die Vielfalt der Tastempfindungen ist wichtiger als die Anzahl der Spielsachen.

Fehlschläge zulassen

Ein Gegenstand, der verfehlt und anschließend doch erreicht wird, lehrt mehr als ein Gegenstand, der in die Hand gelegt wird. Widerstehen Sie dem Impuls, zu schnell zu helfen. Die Anpassung erfolgt durch wiederholte Versuche, und jeder Versuch verfeinert die Bewegung.

Alles in Reichweite sichern

Sobald der Pinzettengriff auftritt, wird jeder kleine Gegenstand auf dem Boden erreichbar. Eine kurze Sichtkontrolle des Spielbereichs vor jeder Zeit auf dem Boden verhindert die meisten Zwischenfälle.

Wann sollte man mit einer Fachperson darüber sprechen?

Bestimmte Anzeichen rechtfertigen eine ärztliche Einschätzung durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt. Sie bedeuten nicht automatisch, dass ein Problem vorliegt, sollten aber untersucht werden.

  • Die Hände bleiben über das vierte Lebensmonat hinaus zu festen Fäusten geschlossen.
  • Etwa mit sechs Monaten erfolgt keine gezielte Bewegung zu einem Gegenstand, selbst wenn ein attraktiver Gegenstand in Reichweite liegt.
  • Vor dem 18. Lebensmonat wird systematisch nur eine Hand benutzt: Eine sehr frühe Handpräferenz sollte überprüft werden.
  • Ein ergriffener Gegenstand wird nie zum Mund geführt oder untersucht.
  • Das Baby verliert eine Fähigkeit, die es bereits erworben hatte.

Die Hausärztin oder der Hausarzt, die Kinderärztin oder der Kinderarzt sowie der Dienst für Mutter- und Kinderschutz sind geeignete Ansprechstellen. Meist reicht eine einfache Untersuchung aus, um zu beruhigen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Ein Baby greift etwa mit vier bis fünf Monaten gezielt mit der ganzen Hand nach Gegenständen. Im Alter von sechs bis acht Monaten gibt es Gegenstände von einer Hand in die andere, zwischen acht und zehn Monaten greift es mit dem Daumen, und etwa zwischen neun und zwölf Monaten beherrscht es den feinen Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger.

Diese Entwicklung lässt sich nicht erzwingen. Sie braucht Zeit auf dem Boden, Gegenstände, die zur Größe der Hand passen, und Gelegenheiten, etwas zu verfehlen. Weitere Fragen zur Entwicklung von Babys und Kleinkindern beantworten wir in unseren häufig gestellten Fragen.

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